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Teil 9: Äthiopien |
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Dingo in Schräglage. Unterwegs zum Omo-Fluss im Südwesten Äthiopiens. "Bis zum kleinen Marktort Turmi bleibt die Piste ordentlich, doch danach ist sie streckenweise sehr ausgewaschen. Am späten Nachmittag des zweiten Tages rutscht dann ein Hinterrad des Toyota von Margaret und Marcel in einen Graben, und der hohe Schwerpunkt bringt das Fahrzeug beinahe zum Kippen. Nach einigen bangen Minuten steht der Toyota aber wieder sicher auf den 'Beinen', und die mühsame Fahrt kann weitergehen." |
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Beim Volk der Hamer im Südwesten Äthiopiens |
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Hamer-Knabe auf dem Markt von Turmi |
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René zieht auf den Wochenmärkten im Südwesten Äthiopiens die Aufmerksamkeit der Einheimischen auf sich "Ausser uns sind nur wenige andere Touristen anwesend. Wir ziehen uns in eine ruhige Ecke zurück und beobachten von dort das emsige Treiben. Für mich sind hier die Rollen allerdings vertauscht, da mein Rollstuhl die Aufmerksamkeit des heutigen Marktgeschehens auf sich zieht. Eine solche „Macchina" – wie sie meinen Rollstuhl zu nennen pflegen – haben diese Menschen offensichtlich noch nie zuvor gesehen, und dauernd bin ich deshalb von einer Traube Neugieriger umringt, denen ich immer wieder die Handhabung dieses seltsamen Gefährts vorführen muss. Gar helle Begeisterung kommt bei einer auf zwei Rädern vollführten Pirouette auf. Beim Wechseln meines Standplatzes kann ich mich jeweils einer grossen Gefolgschaft erfreuen, die jede Bewegung eifrig kommentiert und neu Dazugekommenen das bereits über diesen eigenartigen Fremden Erfahrene eifrig weitergibt. Natürlich wollen diese dann ebenfalls eine Darbietung vorgeführt bekommen. Es bereitet viel Spass, ihre von grossem Interesse geprägte Neugier zu befriedigen und ihre angeborene Heiterkeit zu entfachen. Bei dieser Gelegenheit kann ich, ohne mich als Voyeur fühlen zu müssen, die fremdartigen Menschen, ihre eigentümliche Bekleidung und Beschmückung oder ihre Schönheitsnarben auf Gesicht und Körper ebenfalls ungeniert aus nächster Nähe betrachten. Es ist ein gegenseitiges Bestaunen und Bewundern zweier Kulturen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten." |
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Portrait einer Hamer-Frau. |
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Hamer, reich beschmückt mit Kaurimuscheln. |
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Viehfutter wird zum Markt getragen. |
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Auf dem Weg zu einem Mursi-Dorf im Mago-Nationalpark |
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Mursi-Frau mit Tellerlippen als Schönheitsmerkmal. Lange halten wir es hier nicht aus, denn die Dorfbevölkerung verhält sich äusserst aggressiv. Ein Besuch ist nur mit erfahrenem Führer zu empfehlen! |
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Tellerlippen-Frauen mit dem Statussymbol ihrer Männer "Für alle Männer der verschiedenen Völkergruppen dieser Region ist der Besitz einer Schusswaffe, vorzugsweise einer Kalaschnikow, das erstrebenswerteste Statussymbol. Es ist deshalb schon etwas gewohnheitsbedürftig, immer wieder halbnackten Männern mit umgehängten automatischen Gewehren zu begegnen. Den Fremden gegenüber erweisen sie sich aber als sehr freundlich und oft humorvoll. Das ist unter den hier ansässigen Volksgruppen allerdings nicht immer so. Auch heute noch kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen unter den zahlreichen Ethnien. Das Töten von Grosswild und auch von Menschen hat Tradition und bringt dem Mann Ruhm, Ehre und Prestige. Dieser Erwerb von Würde ist durch strenge Zeremonien reguliert. Die Ruhmestaten werden dann durch Abzeichen anschaulich vermittelt. Das kann ein besonderer Haartuff oder Stirnschmuck, können Armreifen oder Tätowierungen sein. Wahrscheinlich schon seit Urzeiten wurden jährliche rituelle Kriegszüge gegen andere Volksgruppen der Gegend durchgeführt. Nicht zuletzt dank diesen Kämpfen hat sich aber das bunte Völkermosaik dieser Region erhalten können und einen dominierenden Volksstamm verhindert. Heute geht es bei diesen Auseinandersetzungen aber vermehrt auch um profanere Dinge wie Weiderechte oder Viehdiebstahl." |
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Marktbesuch in Bati - beobachten und beobachtet werden |
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"Am Montag erreichen wir nach einer zweistündigen Fahrt durch ein beschauliches Tal und über eine weitere gut ausgebaute Passstrasse den Marktort Bati, der auch einer der hiesigen Biersorten ihren Namen gegeben hat. Ob der dem Markt zustrebenden Menschenmassen platzt das Dorf aus allen Nähten. Ein Junge führt uns zum Marktplatz und hilft dabei, einen Weg durch das Gewimmel von Mensch und Tier zu bahnen, bis ein winziger, noch nicht belegter Platz gefunden ist, von wo wir das bunte Gewusel beobachten können. Auch hier ist das Warenangebot dürftig und beschränkt sich im Wesentlichen auf Tierhäute sowie dem zum Leben Allernotwendigsten. Wir sind aber vor allem der Marktbesucher wegen gekommen, denn wie schon bei den anderen äthiopischen Wochenmärkten begegnet man auch hier einer grossen ethnischen Vielfalt. Die interessanteste Volksgruppe sind die „Afar" vom Volk der Somali. Sie haben den weiten, beschwerlichen Weg von einer der lebensfeindlichsten Gegenden, der Danakil-Ebene, bis hierher hinter sich gebracht. Die „Afar" gehören zu den stolzen undunbeherrschbaren Völkern in diesem Teil Afrikas, die sich seit jeher wenig um Staatlichkeiten kümmerten. Die Afar-Männer mit ihrer wuchernden Haartracht, ihren weiss blitzenden Zähnen und den Krummdolchen trifft man vor allem auf dem Viehmarkt an, wo sie ihre Kamele feilbieten. Von den „Afar" wird berichtet, sie hätten bis in die jüngere Vergangenheit die abgeschnittenen und getrockneten Genitalien eines Feindes vorweisen müssen, um erst als heiratsfähig zu gelten." |
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![]() Typisches Dorf in traditioneller Bauweise im Hochland Äthiopiens |
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Auch als 8. Weltwunder betitelt: Gyorgis Kirche in Lalibela |
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Vor 1'000 Jahren aus dem Stein gehauen: Detailansicht der Monolith-Kirchen in Lalibela |
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Lalibela wird oft auch als das Achte Weltwunder genannt. |
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Bibelstudium in Lalibela |
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Von Rollstuhlgängigkeit kann in Lalibela verständlicherweise keine Rede sein. Mit freiwilliger Hilfe darf allerdings auch nicht gerechnet werden - die muss bezahlt werden. Den Lohn für die Trägerarbeit unbedingt vorher abmachen. |
Audienz beim Priester in der Gyorgis Kirche. Mit dem Rollstuhl war es nicht erlaubt, das innere der Kirche zu "betreten", da der Besucher die Schuhe ausziehen muss - und als solche werden eben auch Rollstuhlreifen betrachtet. |
Schöne Fresken in einer der Klosterkirchen auf dem Tana-See. |
Beschwerlicher Aufstieg auf der Halbinsel Zeghie, Tana-See |
Die alte Kaiserstadt Gondar "Eine weitere Sehenswürdigkeit der bewegten äthiopischen Vergangenheit liegt eine staubige Tagesreise vom Tana-See entfernt: die alte Kaiserstadt Gondar. Kaiser Fasilidas begann hier 1636 eine Residenz zu bauen, und auch die nachfolgenden Kaiser und Kaiserinnen fügten dem von einer starken Umfassungsmauer umgebenen Palastbezirk Bauwerk um Bauwerk hinzu. Die wenigen Reisenden, die Gondar zu jener Zeit besuchten, waren von dieser Anlage und der prunkvollen, jener der europäischen Potentaten in nichts nachstehenden Hofhaltung sehr beeindruckt. In Europa schenkte man den Beschreibungen jedoch wenig Glauben, da so etwas in Afrika schlicht undenkbar war. Die Bauweise der Paläste erinnert tatsächlich sehr an europäische Burgen des Mittelalters. Wahrscheinlich haben die Portugiesen einen gewissen Einfluss ausgeübt, aber auch indische Baumeister sollen an der Ausführung beteiligt gewesen sein. In der weiträumigen Anlage können wir nach Lust und Laune auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit gehen und die Gemäuer der meist gut erhaltenen Paläste und Kirchen oder der Bibliothek erforschen. Dank der erhöhten Lage hat man von hier einen schönen Ausblick auf die Dächer des neuen Gondar und die umliegenden Berge." |
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